Bericht der Fränkischen Landeszeitung vom 20. September 2008
Auch für die Wirtschaft gilt: Der Umweltschutz rückt immer stärker in den Mittelpunkt." Das sagte Hans-Martin Kandert, Leiter der Lebenshilfewerkstätten in Lenkersheim und einer von fünf Chefs aus dem Landkreis, deren Betrieb ein Zertifikat für ihr Umweltmanagement erlangt hat. Auch der Vertreter einer Maschinenbaufirma aus Fürth nahm bei einer Feierstunde im Neustädter Landratsamt seine Urkunde entgegen.

Urkunden nahmen mit in ihren Betrieb (v.l.): Gerhard und Heidi Merkel, Gerold Stork, Kai Uwe Laport, Hans Martin Kandert von den Lebenshilfe-Werkstätten
Die Betriebe dürfen sich nun zum Qualitätsverbund umweltbewusster Betriebe (QuB) zählen, der von den Handwerkskammern ins Leben gerufen worden ist. Sie haben sich für die Einführung und Umsetzung eines Umweltmanagementsystems entschieden. Was nach Auffassung von Landrat Walter Schneider "nichts mit Hemmnissen und zusätzlichen Lasten zu tun hat, sondern mit mehr Wirtschaftlichkeit".
Zusammen mit Thomas Pirner, dem Vizepräsidenten der Handwerkskammer, gehörte der Landkreischef zu den ersten Gratulanten und überreichte mit diesem die Urkunden. Pirner wiederum dankte Schneider dafür, dass die Feier in einem angemessenen öffentlichen Rahmen "und nicht im stillen Kämmerlein" stattfinden konnte.
Bei dieser Gelegenheit rief er in Erinnerung, dass neben dem Schwerpunkt Umwelt die Qualitätssicherung und die Arbeitssicherheit weitere Themen bei einigen abendlichen Seminare waren.
Mit einem praxisorientierten Schulungs- und Beratungsangebot wurden die Teilnehmer von der Handwerkskammer unterstützt und auf die Abschlussprüfung vorbereitet.
Wer sich zu den QuB-Betrieben zählen will, muss eine ganze Reihe von Kriterien erfüllen, die alle zwei Jahre überprüft werden. Selbstverständlich gehört es dazu, dass alle Vorschriften aus dem Umweltrecht eingehalten werden. Über die vom Betrieb verursachten Umweltbelastungen muss Buch geführt, jährlich mindestens eine - feinsäuberlich dokumentierte - Umweltschutzmaßnahme umgesetzt werden. Die Mitarbeiter müssen geschult und einbezogen werden. Information, Transparenz und Dokumentation werden dabei groß geschrieben, sowohl gegenüber Kunden und Geschäftspartnern als auch für den Nachweis, dass der Betrieb die Regeln einhält. Davon, dass sich der Aufwand lohnt, gab sich Dr. Norbert Teltschik vom Neustädter IHK-Gremium überzeugt: "Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Umweltschutz und Qualitätssicherung teuer sind. Es sind vielmehr die Voraussetzungen für den langfristigen Erfolg." Insofern hätten die sechs zertifizierten Betriebe "eine nachhaltige Investition getätigt".
Erste Erfolge sind schon erkennbar. Hans-Martin Kandert schilderte, wie in den Lenkersheimer Werkstätten bereits Schwachstellen erkannt und beseitigt werden konnten. Gerold Stork, Inhaber eines Neustädter Maschinenbaubetriebes, hat "Ansätze für sinnvolle Veränderungen gefunden und teilweise schon umgesetzt. QuB können wir nur weiterempfehlen", sagte er. "Äußerst wichtig" sei es, "dass alle mitziehen". Deshalb will er seine Mitarbeiter weiterhin qualifizieren und motivieren. Bäckermeister Gerhard Merkel aus Ipsheim hat seit seinem Beitritt zum QuB schon einige Tausend Euro investiert. Unter anderem in einen Wärmetauscher, der die Abwärme aus seinen Backöfen für Heizung und Warmwassererzeugung nutzbar macht. Er ist sich sicher, dass sich das schon bald ausgezahlt haben wird, sagte er im Gespräch mit der FLZ. Neben den bereits genannten Betrieben haben auch der Bauelementehersteller Laport GmbH & Co KG aus Gerhardshofen sowie der Getränkevertrieb Hilf aus Scheinfeld die QuBUrkunde verliehen bekommen. Die Staatsregierung hat für die Initiative, von der sie ökologischen und ökonomischen Nutzen erwartet, finanzielle Starthilfe zur Verfügung gestellt.
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